Die Wissenschaft des Windes

Es drehte sich alles um eine Aufgabe. Jim Felt und das Team der Entwicklungsingenieure hatten eine echte Herausforderung, als sie vor über zwei Jahren mit dem Projekt begannen: Ein Rad zu konstruieren, das noch schneller und aerodynamischer ist als das bisherige Felt DA.

 
 
Das aktuelle Modell war unglaublich erfolgreich. Im vergangenen Jahr wurden damit drei Zeitfahrmeisterschaften in drei verschiedenen Ländern gewonnen, alle Felt-Triathleten lieben es, und alle Profis, bei denen es auf Hundertstelsekunden ankommt, setzen auf das DA.
 
Aber das neue DA musste noch besser werden. Und es musste den UCI-Bestimmungen entsprechen, den strengen Gesetzen des Weltradsportverbandes. Das waren die Ziele, die Tücken und die Vorgaben. Zeit, das Ergebnis anzusehen.
 
Die abschließende Phase der Entwicklung fand im Windkanal statt, um letzte Verfeinerungen vorzunehmen. Im Januar 2009 besuchte das Ingenieurteam von Felt den Windkanal in San Diego, in dem Tests mit geringer Windgeschwindigkeit möglich sind. Dort wurde der Prototyp des neuen DA aerodynamisch analysiert. Im folgenden Jahr wurden noch einige Änderungen vorgenommen, bis die endgültige Version, der fünfte Prototyp, fertiggestellt und getetest wurde. Mit diesem Rad fuhren die Felt-Profis in der  ProTour Saison 2010.
 
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten, die Aerodynamik eines Rennrads zu messen, aber Felt konzentriert sich auf die echten Bedingungen, wie sie auf der Straße vorkommen. Wir messen, wie sich das Rad verhält, wenn der Wind aus verschiedenen Winkeln auf das Rad trifft. Misst man dabei die aerodynamischen Verhältnisse, spricht man vom „yaw angle“, dem Gierwinkel, ein Begriff aus der Nautik.
 
Der Windkanal offenbarte, dass einige Konkurrenzräder aerodynamisch so gut waren wie das neue DA, wenn der Wind im Winkel von 0 Grad, also genau von vorne kam. Ungeschlagen ist das Felt DA aber bei Gierwinkeln zwischen 5 und 15 Grad. Bemerkenswert, oder? Wann fährt man schon genau gerade im Gegenwind? Selten. Deshalb konzentrieren sich alle Aerodynamik-Ingenieure auf die Werte, die im Bereich zwischen 10 und 15 Grad erzielt werden.
 
Und hier, im realistischen Bereich, war das Felt DA 2011 nicht nur allen Konkurrenten überlegen, es schnitt auch besser ab als das bisherige DA. Und das war die echte Herausforderung.

Hier die fünf Faktoren, die dazu beitragen, die Aerodnamik des DA 2011 zu verbessern:

MEHR OBERFLÄCHE

CFD-Analysen (Computational Fluid Dynamics) veranlassten die Ingenieure dazu, jede Rohrform des DA zu überarbeiten, auch das Unterrohr, um den Luftstrom zu optimieren. Der neue Rahmen weist eine um 25% vergrößerte Oberfläche auf, was den Luftwiderstand um 14% reduziert.

SCHÄRFERES BAYONET

Das neue Bayonet 3 Lenksystem funktioniert genau wie das Bayonet 2 am DA, wurde aber nochmals überarbeitet, um es noch aerodynamischer zu gestalten. Felt baut eigene Lager, um das Profil schmäler zu machen. Statt eines 1-Zoll-Lagers ist es nun eine  ¾-Zoll-Größe, um die Stirnfläche zu reduzieren.

SCHLANKERES STEUERROHR

Wie die Gabel ist das Steuerrohr schmaler als das des vorherigen DA. Die Breite wurde reduziert von 42 auf 35 Millimeter, so dass es noch weniger Luftwiderstand bietet.

WINDSCHNITTIGERES SITZROHR

Die Form des neuen Sitzrohrs unterscheidet sich erheblich vom alten. Wie das Unterrohr wurde es wie ein Flügel entworfen, anstelle der früheren Aussparungen, und es leitet nun zudem die Luft um den Hinterreifen herum.

AERO BREMSEN

Eine der größten Herausforderungen für die Felt-Ingenieure – das neue Bremssystem sollte noch windschlüpfriger werden und es sollte besser funktionieren und breitere Felgen aufnehmen können, wie es bei den Zeitfahr-Laufrädern üblich ist. Die Lösung besteht in einem innovativen neuen V-Brake-System mit unerreichter Aerodynamik (interne Zugverlegung und Schutz vor Luftwiderstand) mit höherer Bremskraft und besserer Modulation.